kNOW Hamburg

Bitte beschreibt eure Idee in drei Sätzen.
Eindrückliche Touren, keine Rundfahrten…! kNOW Hamburg steht für know (wissen und erfahren) und now (jetzt). Die Flüchtlinge sind jetzt in Hamburg angekommen und sie sollen als Hamburg-Beginner mit kNOW erfahren, was die Stadt ihnen zu bieten hat. Wir möchten Hamburg aus ganz alltäglichen Blickwinkeln zeigen, mit ausgewählten Sehenswürdigkeiten lebendig für den neuen Lebensort werben und über die speziellen Angebote der Stadt für Flüchtlinge informieren.

Geflüchtete sollen mit dem Bus Hamburg auf vielfältige Weise kennenlernen

Joachim Speicher, Vorstand des PARITÄTISCHEN Hamburg, mit Charlotte Jammeh und Dominique Judaszko

Was ist das Ziel?
Flüchtlinge haben andere Bedürfnisse als Touristen. Und sie haben zunächst keine Möglichkeit, sich ihren neuen Lebensort auf eigene Faust zu erschließen. Aber ohne eigene Eindrücke kann es kein Ankommen geben und ohne Ankunft keine Integration. kNOW Hamburg möchte mit den Touren eine erste Orientierung in der fremden Großstadt bieten und Ansätze von Geborgenheit vermitteln. Die Bustour soll dazu beitragen, dass aus einem Fluchtziel langsam ein Zuhause wird. Wir möchten wichtige Informationen zugänglich machen und spezielle Angebote für Flüchtlinge zeigen. Last but not least möchten wir die Flüchtlinge für ein paar Stunden aus der beengten Erstunterkunft herausholen, ein bisschen Freude bieten und gemeinsam mit ihnen ein Franzbrötchen genießen.

Wie ist die Idee zum Projekt entstanden?
Die Idee wurde von Teilnehmern des DesignThinking-Workshops „Neue Wege in der Flüchtlingsarbeit“ (Veranstalter: Paritätischer Hamburg) im Frühjahr 2015 entwickelt. Ausgangspunkt war eine umfassende Analyse der Situation neuangekommener Flüchtlinge. Auf dieser Grundlage wurden Bedürfnisse nach Orientierung, Information und Motivation ermittelt. Daran haben sich die unterschiedlichen Lösungsansätze orientiert, die schließlich in das stimmige kNOW-Konzept mündeten.

Was hast du/habt ihr bisher diesbezüglich unternommen bzw. erreicht?
Was als Brainstormingidee inmitten bunter Notizzettel und sogenannter Prototypen begann, ist inzwischen zu einem Projekt in Beinahe-Vereinsform herangewachsen. Das kNOW-Team hat vielfältige Kontakte zu anderen Ehrenamtlichen und Flüchtlingen geknüpft. Mit der Bürgerstiftung konnte ein erster finanzieller Förderer gewonnen werden, wir haben eine interessante Route entwickelt und einen Buscharter organisiert. Und schließlich profitieren wir als Pari-Inno-Preisträger sehr von der Unterstützung durch den Paritätischen Hamburg.

Was war bedeutsam für die Umsetzung?
Die größte Motivation für die Umsetzung bilden neben den Gesprächen mit Flüchtlingen die nachhaltigen Eindrücke aus den Unterkünften. Ansonsten zehren wir von der Begeisterung und dem Zuspruch, den unser Vorhaben allerorten auslöst.
Welchen Part wirst du/werdet ihr bei der Umsetzung der Idee spielen?
Bislang steuern Charlotte Jammeh und Dominique Judaszko das Projekt kNOW Hamburg. Und wir machen alles, was nötig und möglich ist. Wer uns unterstützen möchte, ist herzlich eingeladen.

Wo seht Ihr das Projekt in fünf Jahren?
Wir bieten täglich Touren für eine Vielzahl von Ankömmlingen aus aller Welt an. Der HVV drängt uns seine Busse kostenfrei auf und der amtierende Bürgermeister hat Til Schweiger nach verbissen geführtem Kampf um die Schirmherrschaft des Vereins erfolgreich ausgebootet. Aber Til Schweiger zeigt sich als großzügiger Verlierer und finanziert mit seiner inzwischen etablierten Stiftung sämtliche Vorhaben des Vereins sowie drei Vollzeitkräfte. kNOW expandiert in Richtung Hauptstadt und die Förderer stehen Schlange….
Und in der Realität sieht es wie folgt aus: Auch Flüchtlinge bieten als Guides Touren für Hamburger und Touristen an und zeigen die Stadt aus ihrer Perspektive. Und das Tourenangebot wird flankiert von spannenden Veranstaltungen aus künstlerischen und politischen Themenfeld, die von kNOW Hamburg ausgerichtet werden. Die Finanzierung der Touren ist gesichert, der Verein beschäftigt engagierte Mitarbeiter_innen und Freiwillige. Wir lächeln zufrieden und fühlen, dass unsere Bemühungen Früchte tragen.

Interessierte können sich auf der Website von Charlotte Jammeh über den Fortgang des Projekts informieren: http://www.91grad.de/#!blog/c14o1