Open lecture hall

Tom Schmidt seine Lüneburger Erfahrungen nach Hamburg bringen

Tom Schmidt will seine Lüneburger Erfahrungen nach Hamburg bringen

Bitte beschreibt eure Idee in drei Worten/Sätzen…

Seit diesem Sommersemester werden in Lüneburg über ein Bündnisplenum die akademischen Geflüchteten-Programme koordiniert, neue entwickelt und strukturelle Hürden gemeinsam überwunden. Das Bündnisplenum setzt sich zusammen aus den studentischen Initiativen „No Border Academy“, „Open Lecture Hall“ und „Sprachbrücke“, und der „Amikeco-Willkommensinitiative e.V.“ sowie den Hochschulverantwortlichen „Flüchtlingsbeauftragte“ im International Office der Leuphana Universität und der Leiterin des „Zentrums für moderne Sprachen“. Das Arbeitsziel ist eine ganzheitliche Willkommensinfrastruktur von der Unterkunft bis zur Universität.

Welche weiteren konkreten Ideen zur Umsetzung gibt es bereits?
1. Offizieller Start und Inbetriebnahme des Welcome & Learning Centers zum 13.10.
2. Aufbau einer Open Source-Informationsplattform mit allen Ansprechpartner*innen und Programmen aus und für die Region, dem Bundesland, dem Bund und darüber hinaus
3. Übertragung und Austausch der Konzepte in der Region, in Deutschland und darüber hinaus mithilfe einer Open Source-Plattform

Wo seht Ihr das Projekt in fünf Jahren?
Über Lüneburg hinaus Institutionalisiert. Die Geflüchtetendebatte zeigt das große Expertisen-, Erfahrungs- und Organisationsloch der konventionellen staatlichen Institutionen. Unser eher dem Social Entrepeneurship zuzurechnender Ansatz ermöglicht eine schnellere und bessere Antwort auf die drängenden Ankommens- und Integrationsaufgaben, da wir über die Unterbringungsfrage hinaus denken können. Man merkt, dass die staatlichen Stellen mit der enormen Verteilungs- und Unterbringungsfrage ausgelastet sind. Dennoch ist es eine soziale Notwendigkeit, schon jetzt die weiteren Schritte im Ankommensprozess zu denken und auszuprobieren. Wir dürfen nicht die gleichen Fehler der letzten 60 Jahre „Integrations-“Arbeit wiederholen und müssen heute schon über die Aufgaben von morgen nachdenken. Wir sehen unsere Arbeit an einer ganzheitlichen Ankommensinfrastruktur als einen Pilot. Deshalb ist auch die Open Source-Plattform zum Austausch der Konzepte so notwendig.
Dabei muss die Institutionalisierung nicht klassisch staatlich erfolgen, die Übertragung nicht dem Top-Down-Prinzip folgen, sondern die aktuelle Situation bietet die Chance für Demut der staatlichen Institutionen für neue Arbeits- und Ideenkonzepte. Sinnvoll wäre die langfristige finanzielle Unterstützung der jetzt schon ehrenamtlich arbeitenden erfahrenen Kräfte und Initiativen, um sie aus dem Ehrenamtsdilemma von Zusatzarbeit, Cheap Labour und mangelnder Anerkennung im politischen Diskurs herauszuholen.

Einen Eindruck, wie es letztes Semester in Lüneburg lief, bekommt ihr hier.