Strassenblues

Die InitiatorInnen von Strassenblues freuen sich auf die Zusammenarbeit

Die InitiatorInnen von Strassenblues freuen sich auf die Zusammenarbeit

Bitte beschreibt eure Idee in drei Worten/Sätzen…
Strassenblues.de ist eine Webseite ÜBER und MIT Obdachlosen: Wir wollen das tragische und manchmal doch auch hoffnungsvolle Leben auf der Straße abbilden – und Obdachlosen auf unserer Webseite etwas geben, das die meisten von ihnen verloren haben: eine Stimme.

Was ist das Ziel?
Obdachlose sollen aktiv an der Gestaltung bzw. dem Inhalt der Webseite durch ihre eigenen TALENTE teilnehmen, die wir fördern (wie z. B. Singen, Gedichte schreiben, Basteln oder Malen) und die für ihren Aufwand auch entlohnt werden. Dadurch erfahren die Obdachlosen eine WERTSCHÄTZUNG. Das übergeordnete ZIEL von Strassenblues.de ist es, Lösungsansätze für Menschen auf der Straße vorzustellen, zu diskutieren und deren Umsetzung medial zu begleiten. Ein Lösungsansatz kommt zum Beispiel von der Berliner Bahnhofsmission am Zoo: Die so genannte “Mobile Einzelfallhilfe”. Da die meisten von uns aus Hamburg kommen, werden wir uns zunächst hauptsächlich auf die Obdachlosen der Hansestadt konzentrieren. Die Gesellschaft kann sich verändern, wenn Menschen sich dadurch anders gegenüber Obdachlosen verhalten, spenden bzw. im Shop Produkte von Obdachlosen kaufen oder z.B. ein Ehrenamt via Job-Börse annehmen.

Wie seid Ihr auf die Idee für Strassenblues gekommen? Wie ist die Idee zum Projekt entstanden?
Nikolas Migut hat im Herbst 2012 eine Fernseh-Dokumentation über die Berliner Bahnhofsmission am Zoo gedreht. Während diesem Dreh für den NDR ist er dem Obdachlosen Alex begegnet. Diesen hat er 2,5 Jahre später Anfang 2015 wieder getroffen. Wir glauben, dass ein Film sehr schnell aus den Köpfen der Menschen verschwindet, nachdem sie ihn im Fernsehen gesehen haben. Eine Webseite wie Strassenblues.de hingegen wird sich über Monate und Jahre weiterentwickeln und ist daher viel nachhaltiger als eine Fernseh-Dokumentation.

Was war bedeutsam für die Umsetzung?
Freunde mit unterschiedlichen Fähigkeiten zu finden und dass sie sich ehrenamtlich engagieren. Außerdem hatten wir mehrere Treffen bei “TheChanger.org” in Hamburg und haben dadurch viele Tipps und Mitstreiter gefunden.

Welche Stolpersteine gab es? An welchem Punkt wolltet Ihr auch mal den Kopf in den Sand stecken?
Unsere Finanzierung ist (noch) ungeklärt. Es ist schwer ohne entsprechende finanzielle Mittel die Webseite Strassenblues.de über einen längeren Zeitraum aufrechtzuerhalten. Außerdem ist unter anderem für die Umsetzung von “Spenden” an die Obdachlosen eine baldige Vereinsgründung notwendig.

Welche weiteren konkreten Ideen zur Umsetzung gibt es bereits?
Wir werden von der studentischen Unternehmensberatung “180 Degrees Consulting” ab November 2015 für ein Semester gefördert. Zudem sind wir in Gesprächen mit Obdachlosenzeitungen wie “Hinz&Kunzt”, um gemeinsam Aktionen anzugehen. Eine unserer Aktionen Ende des Jahres wird von der Budnianer Stiftung gefördert.
Das Start-Up audioguide.me will mit uns zusammen arbeiten. Sie wollen Geschichten von und über Obdachlose in ihre App aufnehmen. Im Gegenzug können wir ihre App auf unsere Webseite integrieren. Langfristig planen wir eine “Strassenblues-Konferenz” mit Obdachlosen, Sozialarbeitern und weiteren Beteiligten, um ganz persönlich gemeinsam an einem Wochenende Lösungsansätze zu diskutieren.

 

AKTUELLES von Strassenblues

Bescherungsfeier für 250 Obdachlose in Hamburg

Bescherungsfeier für 250 Obdachlose in Hambur

Vor Weihnachten haben die Macher von Strassenblues ein kleines Video im Internet veröffentlicht, in dem fünf Obdachlose ihre Weihnachtswünsche formulieren. Das Ziel war es, diesen fünf Menschen über Spenden ihren Wunsch zu erfüllen. Doch was dann geschah, ist unglaublich.

Viele Print-Medien und TV-Sendungen griffen das Video auf, es wurde viral weit verbreitet – und löste eine Welle der Spendenbereitschaft aus. Es kamen so viele Sach- und Geldspenden zusammen, dass Strassenblues eine große Bescherungsfeier für 250 Obdachlose veranstalten konnte. Der PARITÄTISCHE Hamburg hat sehr gerne dabei unterstützt. Das Video, Fotos der Feier und Pressestimmen finden ihr hier:

http://strassenblues.de/aktion-strassenweihnachtswunsch/

 

Strassenblues erfüllt todkrankem Günter einen Herzenswunsch

Über sechs Jahre hat Günter, 62, auf der Straße gelebt. Seit einiger Zeit weiss er, dass er unheilbar an Krebs erkrankt ist. Er hat noch einen großen Wunsch: noch einmal ein Auftritt vor großem Publikum. Strassenblues macht es möglich. Mit dem Lied „Wenn ich sterbe, begrabt mich auf St. Pauli“ begeisterte er über 500 Menschen im Uebel&Gefährlich. Seht selbst!

Ein ausführliches Interview mit Günter findet ihr auf der Homepage von Strassenblues.