Damals – heute – morgen: Nachgefragt bei den Kulturlotsen

Interview mit Maja Ahlfke, PR- und Marketingverantwortliche bei den Kulturlotsen

Wie ist die Idee zu den Kulturlotsen entstanden?

„Der Gründer Bert Nitsche war für seinen Freundeskreis so etwas wie ein ,wandelnder Kulturkalender‘ und wollte mit einer eigens eingerichteten Webseite noch mehr Menschen dabei helfen, ohne Geld in Hamburg tolle Veranstaltungen zu erleben. Gemeinsam mit einigen Bekannten/Ehrenamtlichen stellte er die Idee dann auf die Beine.“

 

Wie sahen die ersten drei Schritte aus?

„Am Anfang stand die Webseite mit den Veranstaltungstipps. Nora – eines der Gründungsmitglieder des Vereins – etablierte dann bei uns den Bereich der Kulturführungen. Und als drittes kam ein Vereinsstand ins Spiel, an dem wir Menschen direkt in den Stadtteilen Kulturtipps geben und auf Angebote in ihrer Umgebung hinweisen.“

 

Welche Stolpersteine gab es? An welchem Punkt wolltet ihr auch mal den Kopf in den Sand stecken?

„Regelmäßige Fluktuation bei den Ehrenamtlichen/kein einheitlicher Personalstamm​, fehlende Struktur und Aufgabenverteilung, gelegentlich auch Uneinigkeit über Prioritäten und die Ausrichtung des Vereins (was können und sollten wir realistisch mit den begrenzten Kapazitäten und Geldern umsetzen). Finanzierung ist immer ein Thema.“

 

Was braucht eine gute soziale Idee aus eurer Sicht, um Realität zu werden?

„Ein tolles Team, das mit Passion und Hingabe arbeitet, viel Energie und Engagement aufbringt, neue Ideen einbringt sowie eine solide und verlässliche finanzielle Basis und ein gutes Netzwerk​.“

 

Was müssen Ideengeber wie ihr an Persönlichkeit mitbringen, damit die Ideen realisiert werden?

​“Begeisterungsfähigkeit, Durchhaltevermögen und eine positive Grundeinstellung​. Manchmal auch Empathie für die unterschiedlichen Persönlichkeiten und Erwartungen an das Ehrenamt. Nicht jeder kann und will gleich viel Zeit investieren, jeder hat unterschiedliche Talente…Und man darf nicht zu perfektionistisch sein, manchmal ist quick and dirty besser als gar keine Lösung.“

 

Wie haben die Kulturlotsen seit ihrem Start euer Leben verändert?

„Wir haben viele tolle, motivierte und sehr unterschiedliche Menschen kennen gelernt mit denen es großen Spaß macht zu arbeiten. Wir bekommen immer wieder positives Feedback für unsere Arbeit – das stärkt immer wieder die Motivation weiter zu machen.
Vielen von uns ist erst durch den Verein richtig bewusst geworden, dass es neben den Kulturangeboten die auf Plakaten beworben werden, eine zweite „unsichtbare“ Kulturwelt gibt. In kleinen Locations, ohne vorrangig kommerzielle Absichten, mit hoch engagierten Künstlern. Oft sehr gute Veranstaltungen, doch nur einem kleinen Personenkreis bekannt. Es ist immer wieder ein tolles Gefühl, diese Veranstaltungen vielen Menschen zugänglich zu machen. Durch den Kulturkalender, aber noch mehr bei unseren Kulturführungen, wenn man direkt sieht, wieviel Freude wir den Leuten bringen können.“

 

Welche Tipps könnt ihr zukünftigen Ideengebern mit auf den Weg geben?

„Macht euch am Anfang nicht zu viele Gedanken über Formalien und darüber, was schief gehen könnte, fangt stattdessen einfach an!  ​Es ist dennoch sinnvoll​ sich früh um Strukturen zu kümmern. Es muss auch Leute geben, die Entscheidungen treffen. Auch Kooperationen sind sehr wichtig.“

 

Wo seht Ihr das Projekt in fünf Jahren?

„Wir haben den Kulturkalender um weitere Kanäle ausgebaut (Mobile) und führen monatlich 10 Begleitungen mit unterschiedlichen Zielgruppen durch. Es ist uns gelungen viele motivierte Freiwillige zu gewinnen, die alle selbstmotiviert zur Entwicklung des Vereins beitragen​. Viele Hamburger Kulturstätten unterstützen uns mit Freikarten und Einladungen.“